Erinnerungskultur

Lüneburgs Umgang mit der eigenen Geschichte

Einladung zu Bürgerforum und Symposium zur Erinnerungskultur

Das Mahnmal auf dem Friedhof im Tiergarten. Foto: Hansestadt LüneburgErinnerungskultur: Das Wort kommt ein wenig sperrig daher. Doch der Gedanke, der sich dahinter verbirgt, ist spannend und wichtig für die Geschichte der Stadt. Alles dreht sich um die Frage „Wie soll die Hansestadt Lüneburg mit der eigenen Geschichte umgehen?“ Dabei ist besonders der Umgang mit der Zeit des Nationalsozialismus zwischen 1933 und 1945  immer wieder Gegenstand von Diskussionen. Jede Generation sucht ihren eigenen Weg für die Auseinandersetzung mit dem Thema und in jeder Generation gibt es auch vielfältige Meinungen dazu.

Der Kultur- und Partnerschaftsausschuss (KPA) des Rates der Hansestadt Lüneburg will der Frage der Erinnerungs-und Gedenkkultur nun näher auf den Grund gehen und lädt interessierte Bürgerinnen und Bürger im November zu zwei Veranstaltungen ein. Beim Bürgerforum soll zunächst ermittelt werden, wie die Menschen in Lüneburg aktuell über die Erinnerungs- und Gedenkkultur, über Denkmäler und den Umgang mit der Vergangenheit denken. Bei einem wissenschaftlichen Symposium zur Erinnerungs- und Gedenkkultur werden Historiker und Historikerinnen sprechen und die Entwicklung in Lüneburg in einen größeren Kontext stellen, indem sie auch vergleichende Betrachtungen zu anderen Städten anstellen.

 

Bürgerforum
Samstag, 10. November 2018, 10 bis ca. 13 Uhr, Mensa des Technologiezentrums der Handwerkskammer, Dahlenburger Landstraße 62.

Nach einer Begrüßung und einer kurzen inhaltlichen Einführung ins Thema finden sich die Besucherinnen und Besucher in Gesprächsgruppen zusammen, um in einem kleinen Kreis von maximal zehn Personen über das Thema zu diskutieren. An jedem Tisch sitzt als Moderator ein Gastgeber, der die Diskussion lenkt, indem er mit Hilfe von einheitlichen Fragen an den einzelnen Tischen einen Rahmen vorgibt und so eine Vergleichbarkeit der Ergebnisse ermöglicht. Die Gedanken und Äußerungen der Gesprächsgruppen werden stichpunktartig notiert. Zum Abschluss werden die Ergebnisse aller Gesprächsgruppen kurz präsentiert und schließlich zusammengeführt. Nach der Veranstaltung werden sie entsprechend aufbereitet und an den Kultur- und Partnerschaftsausschuss weitergeleitet.

Wer sich für das Thema interessiert, nur zuhören oder auch mitdiskutieren möchte, meldet sich bitte bis Mittwoch, 7. November 2018, an. Das geht per Mail an stadt@stadt.lueneburg.de oder telefonisch von Montag bis Freitag unter 04131 – 309-3100 unter Angabe des Namens, der Kontaktdaten und wenn möglich der Adresse.

 

Symposium
Freitag, 30. November 2018, 9:30 bis ca. 18 Uhr, Marcus-Heinemann-Saal des Museums Lüneburg, Eingang Wandrahmstraße.

An diesem Tag treffen sich Historikerinnen und Historiker, um das Thema Erinnerungs- und Gedenkkultur aus verschiedenen Blickwinkeln zu beleuchten – so zum Beispiel aus kultureller, stadtgeschichtlicher oder militärgeschichtlicher Sicht. Die Veranstaltung ist öffentlich, nach jedem Vortrag haben interessierte Besucherinnen und Besucher die Gelegenheit, Fragen zu stellen oder über das gerade Gehörte zu diskutieren. Das Programm wird In Kürze hier zu finden sein.

Zum Thema

Eine jede Generation hat ihren eigenen Weg im Umgang mit der Geschichte. Wollten viele Menschen in den 1950er Jahren aus den verschiedensten Gründen lieber nicht über die Geschehnisse zwischen 1933 und 1945 reden, so bestand schon zwanzig Jahre später ein großer Aufklärungsbedarf. Das Thema ist in Lüneburg gerade wieder aktuell geworden durch eine Diskussion über den Umgang mit einem Gedenkstein für die 110. Infanteriedivision der Wehrmacht, der in den 1960er Jahre aufgestellt wurde und noch heute auf einer Grünfläche Am Springintgut zu finden ist. Einige Stimmen forderten eine Verhüllung oder gar Beseitigung des Steins, andere wollten alles beim Alten lassen und sahen dringlichere Probleme. Der Kultur- und Partnerschaftsausschuss des Rates entschied sich für einen Weg dazwischen: Der Gedenkstein bleibt stehen, doch die Info-Tafel wurde überarbeitet und thematisiert nun auch die Verbrechen, die Soldaten der 110. verübt haben.

Der KPA nahm diese Kontroversen nun zum Anlass, um mit den Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch zu kommen und ein Meinungsbild abzufragen. Zur Vorbereitung von Bürgerforum und Symposium sowie sich möglicherweise anschließenden zukünftigen Veranstaltungen und Aktionen wurde eine Arbeitsgruppe unter der Leitung von Prof. Dr. Heike Düselder, Vorstandsvorsitzende der Museumsstiftung Lüneburg, gegründet. Darin sitzen je ein Vertreter von

- Geschichtswerkstatt Lüneburg,

- Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes Lüneburg,

- Euthanasie-Gedenkstätte der Psychiatrischen Klinik Lüneburg,

- Leuphana Universität Lüneburg,

- Friedensstiftung Günter Manzke,

- Stadtarchiv Lüneburg. 

- Hansestadt Lüneburg.   

 

Ansprechpartner

Hansestadt Lüneburg

Referent des Oberbürgermeisters Daniel Steinmeier +49 4131 309-3169 E-Mail senden