Hermann Reinmuth

Erinnerungstafel für Dr. Hermann Reinmuth

Dr. Hermann Reinmuth Mitte der 1920er Jahre. Quelle: Sächsisches Staatsarchiv Leipzig / Nachlass H. Reinmuth Nr. 1Die Erinnerungstafel ist am 27. Januar 2016, dem nationalen Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus, im Beisein von Familienangehörigen am Düvelsbrooker Weg 1 enthüllt worden.

Eines der Opfer des Nationalsozialismus war Dr. Hermann Reinmuth, der seinem Namen alle Ehre machte, indem er sich mutig (!) und bekennend gegen das System des Nationalsozialismus aussprach und seiner Überzeugung Taten folgen ließ.

Das sollte wiederum für ihn nicht folgenlos bleiben, denn Menschen, die sich nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten diesen gegenüber nicht konform verhielten, wurden drangsaliert, beobachtet, verhaftet und wenn sie sich nicht wandelten, am Ende umgebracht.

Dr. Hermann Reinmuth musste dieses am eigenen Leib erfahren und erdulden, bis er unmittelbar nach Verbüßung seiner Haft unter bisher ungeklärt gebliebenen Umständen 1942 im Konzentrationslager Sachsenhausen als so genannter Schutzhäftling verstarb.

Das ihm und allen Opfern des Nationalsozialismus geschehene Unrecht ist nicht wiedergutzumachen. Daran zu erinnern, gebietet der Respekt, der diesen Opfern heute und in Zukunft geschuldet werden muss. Diese Erinnerung ist zugleich Mahnung, alles zu tun, dass sich dieses Kapitel deutscher Geschichte nie wiederholt. Rechtsstaatlichkeit, die Achtung und Wahrung von Menschenrechten, Toleranz und Nächstenliebe sind die Werte, die es zu schützen, zu bewahren und für die es mutig einzutreten gilt.

Die Anregung, neben einem Am Ochsenmarkt 3 verlegten Stolperstein, mit einer Erinnerungstafel an Dr. Hermann Reinmuth zu erinnern, kam von der Kreisvereinigung Lüneburg des VVN/BdA (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschisten und Antifaschistinnen).

Das ehemalige Fischerhaus am Düvelsbrooker Weg 1 um 1900. Quelle: Archiv Museum LüneburgDie Erinnerungstafel steht vor dem Haus, dem ehemaligen Fischerhaus, in dem Dr. Hermann Reinmuth wohnte, und in dem er am 23. November 1934 gegen Mitternacht verhaftet wurde.

Die Kreisvereinigung Lüneburg des VVN/BdA hat eine Broschüre verfasst und herausgegeben, in der das Leben von Dr. Hermann Reinmuth dargestellt wird. Sie trägt den Titel „Versuch einer Annäherung an ein vergessenes Opfer des NS-Regimes/Hermann Reinmuth/Christ • Humanist • Gewerkschafter • Sozialist“.

 

1. Diese Broschüre kann über den folgenden Link als E-Paper abgerufen werden:
    http://www.nilsasmussen.de/vvn/H-Reinmuth/index.html

2. oder als PDF-Datei abgerufen und gespeichert werden (41,3 MB):
    http://www.vvn-bda-lg.de/brosch/reinmuth.pdf