Pressemitteilungen der Hansestadt Lüneburg

Mit heißem Wasser gegen ungeliebtes Wildkraut – AGL setzt auf neue Technik (28.11.2018)

Benjamin Bossel (links) und Thomas Stallbaum von der AGL Straßenunterhaltung werden den neuen Fuhrpark nutzen. Foto: Hansestadt Lüneburg(sp) Lüneburg. Will man ungeliebten Wildkräutern zu Leibe rücken, ist wohl eine der effektivsten Methoden, die Pflanzen mit den Händen aus Beeten und Pflaster-Fugen zu zupfen. „Das ist effektiv und nachhaltig, aber für uns natürlich flächendeckend keine Lösung“, sagt Frank Fugel, Leiter des Betriebshofes der städtischen Tochter AGL (Abwasser, Grün & Lüneburger Service GmbH). Bisher setzte die AGL bei der Beseitigung von Wildkraut auf Wegen und an öffentlichen Plätzen ausschließlich auf eine mechanische Reinigung. „Das geht schnell, ist aber wiederrum nicht so nachhaltig“, sagt Fugel. Denn weil die Wurzeln oft im Erdreich blieben, könnten die Pflanzen relativ schnell wieder nachwachsen. Um den Wildkräutern künftig langfristiger zu Leibe zu rücken, setzt die AGL deshalb ab sofort auf eine sogenannte thermische Wildkrautbekämpfung.

Dabei werden die Gehwege und damit die Pflanzen mit heißem Wasser besprüht oder mit heißer Luft beaufschlagt. Die Folge: Durch die Hitze werden in der Pflanze Eiweiße gelöst, was in der Folge zum Abstreben der Pflanze führt, erklärt Gärtnermeister Martin Freese die Wirkweise. „Man macht sich also die natürlichen Prozesse in der Pflanze zunutze“, sagt Freese, der bei der AGL den Bereich Stadtgrün leitet. Die Verfahren sind zwar nicht ganz so schnell wie die mechanische Beseitigung. Zum Vergleich: Bei der mechanischen Reinigung schaffen die Mitarbeiter der Straßenunterhaltung rund 10 Kilometer Wegstrecke pro Stunde – bei der thermischen Beseitigung mit den neuen Geräten sind es zwischen zwei und sechs Kilometern pro Stunde.

Integrierter Hochdruckreiniger zum Reinigen von Schildern. Foto: Hansestadt Lüneburg„Dennoch überwiegen die Vorteile deutlich“, betont auch AGL-Geschäftsführer Lars Strehse. Denn nicht nur, dass die ungewollten Wildkräuter nachhaltig verschwinden. „Die thermische Reinigung ist auch wesentlich oberflächenschonender für die Wege.“ Und: Die neuen Geräte werden ausschließlich mit Gas betrieben. Nur noch die Zugmaschinen werden derzeit mit Diesel betrieben. "Künftig könnten auch hier Geräte mit Elektroantrieb zum Einsatz kommen“, so AGL-Geschäftsführer Lars Strehse.

Noch einen Vorzug hat der neue Fuhrpark, für den die AGL knapp 60 000 Euro investiert hat. Denn in dem neuen Heißwassergerät ist zugleich ein Hochdruckreiniger integriert. Dieser soll künftig dazu dienen, parallel zur Wildkrautbeseitigung Straßenschilder an den Wegen zu reinigen.