Pressemitteilungen der Hansestadt Lüneburg

100 Jahre Frauenwahlrecht: Lüneburg begeht Jubiläum mit offener Ausstellung und umfangreichem Begleitprogramm (08.11.2018)

Die Organisatorinnen der Ausstellung und des Begleitprogramms: Museumsdirektorin Heike Düselder (links) und Lüneburgs Gleichstellungsbeauftragte Maret Bening. Foto: Hansestadt Lüneburg(sp) Lüneburg. Sie ist Lüneburgs erste aktive Kommunalpolitikerin und hat vieles in der Hansestadt Lüneburg bewirkt. Und dennoch hat Anna Vogeley kaum Spuren hinterlassen. "Ob Fotos, Tagebücher, Briefe oder andere Dokumente - wird finden ganz wenig Zeugnisse von diesen Frauen, die sich damals engagiert haben", erzählt Dr. Heike Düselder, Direktorin der Museums Lüneburgs. Das 1960 nach ihr benannte "Altenheim Anna Vogeley" wurde 2010 geschlossen, und so läuft auch der Name Gefahr, verloren zu gehen. Als Historikerin hat sich Dr. Heike Düselder zusammen mit der Gleichstellungsbeauftragten für Stadt und Landkreis, Maret Bening, auf Spurensuche begeben. Denn anlässlich von 100 Jahren Frauenwahlrecht soll eine Ausstellung den engagierten Lüneburgerinnen von damals ein Gesicht geben. "Wir wollen damit das politische und gesellschaftliches Engagement dieser Vorreiter-Frauen sichtbar machen", betont Dr. Düselder.

Das Besondere an der Ausstellung ist dabei ihr offener Charakter. So wird etwa eine Vitrine freibleiben, um Platz zu lassen für Exponate, die Lüneburgerinnen und Lüneburger mitbringen. "Wir erhoffen uns, dass die Ausstellung ein Impuls ist und sich die Menschen mit Frauenbildern damals und heute beschäftigen", so Maret Bening. Auch eine der Zitattafeln bleibt unbeschriftet - hier sollen Besucherinnen und Besucher der Ausstellung die Möglichkeit haben, ihre Gedanken und Sichtweisen zu notieren.

Eröffnet wird die Ausstellung am Sonntag, 11. November, um 16 Uhr - einen Tag vor dem großen Jubiläum: Denn offiziell eingeführt wurde das aktive und passive Wahlrecht für Frauen in Deutschland am 12. November 1918.

Die Museumsmitarbeiter Jerzy und Helena Strzalkowski bei den letzten Vorbereitungen für die Ausstellung. Alle Exponate hat das Museum Lüneburg selbst zusammengetragen und erstellt. Foto: Hansestadt LüneburgZu sehen ist die Ausstellung dann bis zum 19. Januar 2019. Sie wird begleitet von Veranstaltungen in Stadt und Kreis, die sich den Themen Gleichberechtigung und politische Teilhalbe von Frauen widmen. Das umfangreiche Programm, das Lesungen, Filmabende und Diskussionsveranstaltungen umfasst, haben die Museumsleiterin und Lüneburgs Gleichstellungsbeauftragte gemeinsam mit der Gleichstellungsbeauftragten der Samtgemeinde Elbtalaue und des Landkreises Lüchow-Dannenberg auf die Beine gestellt.
 
100 Jahre Frauenwahlrecht, das sei vor allem auch ein Anlass, die Situation zu beleuchten, wie sie heute ist, betont Maret Bening: "Wir haben beim Thema Gleichberechtigung schon einiges erreicht, aber es liegt auch noch ein weiter Weg vor uns." So seien aktuell etwa die Zahlen von Frauen in Parteien und Parlamenten sogar wieder rückläufig. "Auch in Lüneburg sitzen im Rat und im Kreistag nur jeweils ein Drittel Frauen."

Bei den verschiedenen Angeboten geht es den Veranstaltern darum, Frauen jeden Alters zu erreichen und so quasi auch einen Bogen zu schlagen von Alt zu Jung. So findet am Montag, 12. November 2018, eine Sonderführung durch die Ausstellung mit anschließender Diskussion eigens für engagierte Lüneburgerinnen statt, die 70 Jahre und älter sind. "Wir wünschen uns, dass Seniorinnen kommen, die politisch und gesellschaftlich mitgewirkt haben hier in der Region und die aus ihrem Leben erzählen mögen", so Dr. Heike Düselder.

Bei einer Abschlussveranstaltung am 19. Januar 2019 sind dann vor allem jüngere Frauen eingeladen, bei dem Thema politische Gleichberechtigung mitzudiskutieren. Politikerinnen aus Stadt und Kreis werden von ihrem Werdegang und ihrer Arbeit berichten. Maret Bening: "Es geht dabei immer auch um die Frage, wie wir uns weiter einsetzen können und müssen für die politische, soziale und ökonomische Gleichberechtigung von Mann und Frau."  



2. Die Organisatorinnen der Ausstellung und des Begleitprogramms: Museumsdirektorin Heike Düselder (links) und Lüneburgs Gleichstellungsbeauftragte Maret Bening.