Förderprogramme

Das Wohnungsbauprogramm der Hansestadt

Warum ein Wohnungsprogramm für Lüneburg?
Die Mietpreisdynamik in Lüneburg und Umgebung. Grafik: GEWOSDie Lage auf dem Lüneburger Wohnungsmarkt ist angespannt. Es fehlen bezahlbare Wohnungen für Haushalte mit geringen und mittleren Einkommen. Das knappe Angebot wirkt sich bei anhaltend hoher Nachfrage auf die Miet- und Immobilienpreise aus.

Das GEWOS-Institut für Stadt-, Regional- und Wohnforschung GmbH hat die Wohnsituation in Hansestadt und Landkreis Lüneburg untersucht und ihre Ergebnisse im März 2016 auf der Wohnbaukonferenz Lüneburg vorgestellt: Die Hansestadt Lüneburg hat sowohl bei den Mietpreisen (7,74 Euro/qm) als auch bei der Dynamik der Mietpreisentwicklung (20 Prozent/Jahr) die Spitzenposition in der Region inne.

Gerade mit Blick auf die Haushalte mit geringem und mittlerem Einkommen hat die Hansestadt darum – in Verbindung mit den Fördermöglichkeiten von Bund und Land – ein eigenes Wohnungsbauprogramm für die Hansestadt Lüneburg entwickelt  (Titel: 2100 Wohnungen für Lüneburg bis Zwo21). Verschiedene wohnungsbaupolitische Instrumente werden konzeptionell verzahnt und zusammengefasst, um die Situation auf dem Wohnungsmarkt in Lüneburg zu verbessern, besonders auch in punkto Angebot von bezahlbaren Wohnungen.

Das Programm zielt auf die Realisierung von 2100 Wohn-Einheiten bis zum Jahr 2021 ab, jeweils zu einem Drittel im geförderten Mietwohnungsbau, im frei finanzierten Wohnungsbau sowie in Form von Einfamilien- und Reihenhäusern. Teil des Programms sind auch verschiedene Bausteine zur finanziellen Förderung von Wohnungsbau in Lüneburg. Diese Bausteine (Wohnungsbauförderprogramm) wurden bereits im März 2016 im Ausschuss für Bauen und Stadtentwicklung und im Rat jeweils einstimmig beschlossen. Die Fördermittel werden bereits abgefragt (siehe auch Erklärung zur Finanzierung des Wohnungsbauförderprogramms).

Warum kommt das Wohnungsbauprogramm gerade jetzt?
Wohnungsbau stemmt kaum eine Kommune allein. Auch die Hansestadt Lüneburg ist dabei angewiesen auf tragfähige finanzielle Grundlagen durch ausreichend Fördermittel von Bund und Land. Das Land Niedersachsen hat in den Jahren 2003 bis 2013 nur 40 Mio. Euro jährlich bereitgestellt – zum Sommer 2015 wurde die Summe verzehnfacht auf 400 Mio. Euro / Jahr. Auch der Bund hat seine Mittel für den Bau von bezahlbaren Wohnungen aufgestockt, von zuletzt 40 Mio. Euro jährlich auf jetzt 80 Mio. Euro jährlich. Parallel hat die Hansestadt Lüneburg ihr Wohnungsbauprogramm konzipiert und das Wohnungsbauförderprogramm als Bestandteil dessen bereits beschlossen und in Kraft gesetzt.

Warum überhaupt Zuzug – muss das sein?
Die Herkunft der Grundstückskäufer (in höherer Auflösung unter 'Dokumente' in der rechten Spalte). Grafik: Hansestadt LüneburgDas liegt in der Entscheidung der Menschen. In ganz Deutschland (und nicht nur hierzulande) ist der Trend zu beobachten, dass Menschen vermehrt in Städte ziehen. Das betrifft vor allem die Großstädte, aber auch die kleineren. Oberbürgermeister Ulrich Mädge sagt dazu: „Das ist eine Abstimmung mit den Füßen. Wir haben nicht weniger Zuzug, wenn wir nicht bauen – wir haben dann nur noch höhere Mieten und teurere Immobilienpreise und einen Verdrängungswettbewerb zugunsten derjenigen, die sich das dann noch leisten können.“ Ein oft gehörter Vorwurf in diesem Zusammenhang ist, dass vor allem gut verdienende Hamburger nach Lüneburg ziehen. Wobei die Hansestadt am Beispiel des neuen Stadtteils Hanseviertel (I und II) einmal genau nachvollzogen hat, woher die Grundstückskäufer dort kommen – das Ergebnis: Von 102 Baugrundstücken sind 49 an Menschen gegangen, die vorher schon in der Hansestadt Lüneburg gelebt haben, weitere 41 an Menschen aus der Region Lüneburg (ohne Stadt) und nur 12 an Menschen aus Hamburg und anderswoher. Was die Flächenanteile angeht, gibt es eine Verteilung von 39 / 39 / 22, also je 39 Prozent der Flächen an Menschen aus Stadt und Region Lüneburg und 22 an Menschen aus Hamburg und anderswo.   

Auch nach den Untersuchungen von GEWOS stammt nur ein kleiner Teil der Zuzügler aus Hamburg (siehe Wanderungssaldo unter "Dokumente" in der rechten Spalte).

Neubaubedarf bis 2030. Grafik: GEWOSDas GEWOS-Institut für Stadt-, Regional- und Wohnforschung GmbH hat in seiner Wohnungsmarktanalyse der Hansestadt bis 2030 einen Bevölkerungszuwachs von 4-6 Prozent und ein Plus von 2650 Haushalten prognostiziert. GEWOS sieht für die Hansestadt Lüneburg einen Neubaubedarf von 350 Wohneinheiten pro Jahr. Neubau sei ebenso erforderlich als Schlüssel, um Mietensteigerung zu dämpfen.

Neben der Untersuchung des GEWOS-Institutes belegen auch Studien des Pestel-Institutes sowie der N-Bank den Handlungsbedarf für die Stadt wie die Region Lüneburg.

Auf welchen Flächen sollen die Neubauten realisiert werden?
Die Hansestadt Lüneburg setzt auf Nutzung von Brachflächen wie auch Nachverdichtung und hat an einigen Stellen im Stadtgebiet Bauleitverfahren begonnen, die sich im unterschiedlichen Status befinden (siehe Übersicht zu den einzelnen Verfahren).

Von der Idee bis zum fertigen B-Plan gibt es ein mehrstufiges Verfahren, das Trägern öffentlicher Belange (also etwa Stadtwerken oder Nachbargemeinden) ebenso wie Verbänden und Bürgerinnen und Bürgern mehrfach die Gelegenheit zu Stellungnahmen gibt. Wie der ganaue Ablauf ist, können Sie sich unter "Dokumente" in der rechten Spalte ansehen.

Speziell zur Fläche Am Wienebütteler Weg
Von den Flächen, die sich jetzt für das Wohnbauprogramm im Verfahren befinden bzw. für die ein Verfahren starten soll, ist die Fläche Am Wienebütteler Weg die einzige, wirklich große Fläche im städtischen Besitz. Der Grüngürtel-West liegt außerhalb des Plangebiets. Die nicht bebauten Flächen sind als Grünflächen / landwirtschaftliche Flächen und Bestandteil des Grüngürtels West anzusehen.

Wichtig zu wissen ist auch, dass nur ein Teil der Fläche als Wohnbaufläche entwickelt werden soll – die Daten des Vorschlages, wie er zur ersten Beratung (ohne Beschluss) am 13. Juni 2016 im Ausschuss für Bauen und Stadtentwicklung vorgelegt wurde:
Plangebiet 24 ha – davon ...

  • Grün, Ausgleich, Regenrückhaltung / Spiel 14 ha
  • Wohnbauflächen 8,1 ha
  • Verkehrsflächen 1,7 ha
  • Gemeinbedarf 0,2 ha

Da es sich um eine städtische Fläche handelt, kann die Hansestadt es ermöglichen, dass dort geförderter Mietwohnungsbau in einem Anteil von etwa 60 Prozent entsteht.